In der Diskussion über künstliche Intelligenz in KMU wird meist genau die eine Frage übersprungen, auf die es ankommt: welche konkrete Aufgabe ein Mensch künftig nicht mehr erledigen muss. Ohne diese Antwort ist jedes Projekt nur eine teure Vorführung.
Anwendungsfälle, die heute wirklich funktionieren
- Suchen in Ihrer eigenen Dokumentation. In normaler Sprache fragen und eine Antwort bekommen, die das Verfahren oder den Vertrag nennt, aus dem sie stammt.
- Eingehendes klassifizieren und zusammenfassen: Tickets, E-Mails, Störungsmeldungen. Das spart die Vorsortierung, und die ist reine Zeitverschwendung.
- Wiederkehrende Schreibarbeit: Angebote, Protokolle, Standardantworten. Immer mit menschlicher Prüfung.
- First-Level-Betreuung auf der Website: Sie antwortet mit Ihren Informationen und übergibt an einen Menschen, sobald sie nicht weiterweiß.
Was Sie aufräumen müssen, bevor Sie irgendetwas einschalten
Das ist der Hinweis, den fast niemand gibt: Ein Assistent, der an Ihre Dokumente angebunden ist, zeigt jedem Mitarbeiter alles, was dieser Mitarbeiter ohnehin schon sehen konnte, einschließlich dessen, was er nie hätte sehen dürfen. Bevor Sie Copilot oder einen eigenen Assistenten ausrollen, müssen Sie die Ordnerberechtigungen prüfen und Vertrauliches kennzeichnen. Sonst schafft die KI das Problem nicht, sie bringt es nur auf einen Schlag ans Licht.
Wo Ihre Daten landen
- Werden sie zum Training fremder Modelle verwendet? Bei Unternehmenskonten in der Regel nicht, aber Sie sollten es schriftlich sehen.
- In welchem Land werden sie verarbeitet? Bei sensiblen Daten ist das relevant, und es gibt Optionen innerhalb der EU.
- Lässt es sich auf Ihrem eigenen Server betreiben? Mit den heutigen offenen Modellen in vielen Fällen ja.
Wie Sie messen, ob es etwas bringt
Man wählt eine Aufgabe aus, misst, wie lange sie heute dauert, baut den Test mit echten Daten auf und misst erneut. Spart sie keine messbare Zeit, wird gestoppt. Diese Disziplin ist das Einzige, was ein KI-Projekt von einem weiteren Abo unterscheidet.
Und die Automatisierung, die keine KI ist
Ein guter Teil dessen, was als „KI“ angefragt wird, löst sich besser mit klassischer Automatisierung: Daten zwischen Programmen übertragen, Berichte erzeugen oder Warnungen auslösen. Mit Werkzeugen wie n8n, auf Ihrem eigenen Server und ohne Lizenz pro Benutzer, ist das günstiger, planbar und erfindet nichts dazu.
